Patientengewinnung

Warum Patienten Nein sagen zur pDL — und was davon wirklich an der Apotheke liegt

Eine Befragung von 1.742 Apotheken zeigt drei sehr unterschiedliche Gründe für Zurückhaltung bei Impf-pDL — nur einer davon lässt sich mit Apoleistung lösen.

Apoleistung Redaktion6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine DAP-Befragung von 1.742 Apotheken zeigt drei Gruppen mit sehr unterschiedlichen Gründen für Zurückhaltung bei Impf-pDL.
  • Die größte Gruppe (31,9 %) nennt „Hürden überwiegen" — darunter fallen Personal und Räume, aber auch organisatorische Prozesse.
  • Nur der organisatorische Anteil dieser Hürden lässt sich mit Apoleistung verkleinern — Personal und Raum bleiben ein Apothekenthema.

Ein „Nein" zur pDL ist nicht immer dasselbe Nein

Seit die ApoVWG-Reform Apotheken erlaubt, nach entsprechender Schulung alle nicht-Lebendimpfstoffe zu verabreichen, hat DAP Networks 1.742 Apotheken gefragt, ob das ein Anreiz ist, mit Impf-pDL zu starten oder das Angebot auszuweiten. Die Antworten lassen sich nicht auf ein Ja oder Nein reduzieren — sie zerfallen in drei Gruppen mit komplett unterschiedlichen Ausgangslagen.

  • 17,5 % impfen bereits und planen wegen der Reform eine Ausweitung
  • 14,9 % impfen noch gar nicht, sehen die Reform aber als klaren Anreiz für den Einstieg
  • 31,9 % — die größte Einzelgruppe — sagen Nein, weil personelle, räumliche oder organisatorische Hürden überwiegen

Der Rest verteilt sich auf „kein Einfluss auf unsere Planungen" (12,5 %), „reicht nicht aus für mehr Engagement" (8,7 %) und ein grundsätzliches Nein unabhängig von der Reform (14,6 %). Für die Frage, wie sich mehr Patienten für pDL gewinnen lassen, sind die ersten drei Gruppen die einzigen, bei denen sich überhaupt etwas bewegen lässt — und jede braucht eine andere Antwort.

Die neugierigen Erstanwender: ein Fenster, das sich schnell wieder schließt

Die 14,9 %, die noch nicht impfen, aber jetzt einen Anreiz zum Einstieg sehen, sind bemerkenswert — im Vergleich zur allgemeinen pDL-Reform-Umfrage, in der nur 6,1 % der Nicht-Anbieter einen Grund zum Einstieg sahen, ist das mehr als doppelt so hoch. Impfungen ziehen Erstanwender also deutlich stärker an als pDL im Allgemeinen.

Das Problem an dieser Gruppe: „Anreiz sehen" ist nicht dasselbe wie „loslegen". Zwischen der Reform-Ankündigung und dem ersten tatsächlich abgerechneten Impftermin liegen Schulung, Materialbeschaffung und die Entscheidung, wann man anfängt — und genau in diesem Zeitfenster verliert sich ein Teil dieser Neugier wieder, wenn kein konkreter Patient mit konkretem Termin die Entscheidung beschleunigt.

Apoleistung kann diese Gruppe nicht zum Einstieg bewegen — das ist eine interne Entscheidung der Apotheke. Aber sobald eine Apotheke sich entschieden hat, hilft ein QR-Code am Eingang, die erste Nachfrage sichtbar zu machen, statt sie zu vermuten: Patienten, die online schon vorqualifiziert sind und einen Termin anfragen, sind ein konkreterer Anlass als eine abstrakte Reform-Meldung.

Die größte Gruppe: „Hürden überwiegen" ist kein einheitlicher Grund

Mit 31,9 % ist „Nein — personelle, räumliche oder organisatorische Hürden dagegen" die mit Abstand größte Antwortgruppe der Befragung — größer als alle drei zustimmenden Antworten zusammen. Die Umfrage selbst benennt die Hürden konkret: personelle Ressourcen, geeignete Räumlichkeiten und zusätzliche organisatorische Prozesse.

Das sind drei sehr unterschiedliche Probleme, die in einer Sammelkategorie zusammengefasst wurden. Wer wenig Personal hat, hat ein anderes Problem als wer keinen separaten Raum für Impfungen hat — und beide haben ein anderes Problem als eine Apotheke, die zwar Personal und Raum hätte, aber die zusätzlichen organisatorischen Abläufe pro Patient als zu aufwendig empfindet.

Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Nur der dritte Anteil — organisatorische Prozesse — ist überhaupt durch ein Werkzeug adressierbar. Personal einstellen und Räume schaffen bleibt eine unternehmerische Entscheidung, die kein Software-Tool ersetzt.

Was Apoleistung nicht löst — und das ehrlich gesagt

Eine ehrliche Einordnung gehört dazu: Wenn eine Apotheke keinen separaten Raum für Impfungen hat oder schlicht zu wenig geschultes Personal, ändert daran auch die beste Vorqualifizierung nichts. Diese Hürden sind physisch und personell, nicht organisatorisch — sie lassen sich nicht digital umgehen.

Was sich dagegen reduzieren lässt, ist der organisatorische Prozessanteil: die Zeit, die am Zähler draufgeht, weil erst dort geklärt wird, ob ein Patient überhaupt für die Dienstleistung infrage kommt, weil erst dort Basisdaten aufgenommen werden und weil ein Patient, der eigentlich nicht geeignet ist, trotzdem erst vor Ort abgewiesen wird. Diese Art von Reibung entsteht durch die Reihenfolge der Abläufe — und Reihenfolge lässt sich ändern, ohne dass ein zusätzlicher Raum oder eine zusätzliche Fachkraft nötig wäre.

Wie Apoleistung den organisatorischen Anteil der Hürden verkleinert

Der Mechanismus ist einfach: Statt dass ein Patient in die Apotheke kommt und dort zum ersten Mal klärt, ob er für eine Impfung infrage kommt, beantwortet er die Eignungsfragen online, bevor er überhaupt herkommt — über einen QR-Code, ohne Login oder App. Wer durchkommt, fragt direkt einen Termin an.

  • Die Vorprüfung passiert, bevor ein Mitarbeiter am Zähler dafür Zeit aufwenden muss
  • Ungeeignete Anfragen werden vorab abgefangen, statt erst vor Ort mit dem Patienten geklärt zu werden
  • Die Apotheke bekommt einen bereits vorqualifizierten Patienten mit Terminwunsch statt kalter Laufkundschaft

Das entlastet exakt den Teil der 31,9 %-Gruppe, der organisatorisch begründet ist — nicht den Teil, der an Personal oder Räumen hängt. Wer schon knapp an Personal ist, bekommt durch weniger Zeit pro Patienteninteraktion trotzdem etwas Spielraum zurück, auch wenn das Grundproblem damit nicht verschwindet.

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Zur Einordnung: pDL ist nicht das drängendste Reformthema der Apotheken

Eine separate DAP-Umfrage zu den Prioritäten der Apothekenreform zeigt: Neue pharmazeutische Dienstleistungen landen mit 5,0 % auf einem der hinteren Plätze unter acht Reformaspekten — weit abgeschlagen hinter erleichterten Austauschmöglichkeiten bei Rabattverträgen (44,6 %). pDL ist für die meisten Apotheken kein Thema, das nachts wachhält.

Das relativiert die Dringlichkeit, ändert aber nichts an der Grundaussage dieses Artikels: Für die Apotheken, die pDL überhaupt in Erwägung ziehen — sei es als Erweiterung oder als Einstieg —, ist die organisatorische Prozesshürde ein lösbares Teilproblem, kein Nebenschauplatz.

Auf den Punkt

Was Sie sich merken sollten

  • Ein „Nein" zur Impf-pDL verteilt sich auf mindestens drei Gruppen mit unterschiedlichen Gründen — nicht auf ein einheitliches Desinteresse.
  • Die größte Gruppe (31,9 %) nennt Hürden, die aus Personal, Räumen und organisatorischen Prozessen bestehen — nur Letzteres ist durch ein Tool adressierbar.
  • Erstanwender lassen sich bei Impf-pDL mit über doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen wie bei pDL allgemein (14,9 % vs. 6,1 %) — aber das Zeitfenster dafür ist kurz.
  • Apoleistung verschiebt die Eignungsklärung vor den Apothekenbesuch und verkleinert so den organisatorischen Anteil der Hürden — Personal- und Raummangel bleiben davon unberührt.

Häufig gestellte Fragen

Nein, direkt nicht. Fehlt der Raum oder die Fachkraft für Impfungen, löst das kein Online-Tool. Apoleistung hilft erst, sobald eine Apotheke Impf-pDL grundsätzlich anbietet und die organisatorische Abwicklung pro Patient verschlankt werden soll.

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Dieser Artikel richtet sich an Apotheken und dient der Information über pharmazeutische Dienstleistungen — keine medizinische Beratung für Patienten.