Das Wichtigste in Kürze
- Die Apothekenzahl fiel Ende 2025 auf 16.601 Betriebsstätten — den niedrigsten Stand seit rund 50 Jahren — und sank bis Q1 2026 weiter auf 16.541.
- Gleichzeitig wuchs das bundesweit abgerechnete pDL-Volumen von 47.627 (2022) auf 904.520 (2025) — fast das 19-Fache, davon 57 % allein im letzten Jahr.
- Der Anteil der Apotheken mit mindestens einer pDL im Angebot stieg im selben Zeitraum auf rund 54 % — pDL wächst schneller, als die Apothekenzahl schrumpft.
Die Ausgangslage: ein schrumpfender, unrentabler werdender Markt
Ende 2025 gab es in Deutschland noch 16.601 Apotheken-Betriebsstätten — 440 weniger als Ende 2024, ein Rückgang um 2,6 % in einem einzigen Jahr. Das ist der niedrigste Stand seit rund 50 Jahren, und die Entwicklung setzte sich in den ersten Monaten 2026 fort: bis Ende des ersten Quartals sank die Zahl weiter auf 16.541, bei nur 19 Neueröffnungen gegenüber 79 Schließungen.
Für 2025 insgesamt bedeutet das 502 Schließungen gegenüber lediglich 62 Neueröffnungen — ein Verhältnis von rund 8:1. Auch im europäischen Vergleich fällt Deutschland zurück: 19,9 Apotheken pro 100.000 Einwohner, gegenüber einem EU-Durchschnitt von 31 pro 100.000.
Parallel dazu sinkt die Wirtschaftlichkeit des verbleibenden Geschäfts. Die durchschnittliche Umsatzrendite lag 2025 bei 4,2 % — nach 4,4 % im Jahr 2024 und rund 6,5 % im Jahr 2015, ein über ein Jahrzehnt anhaltender Rückgang. Rund ein Drittel aller Apotheken erwirtschaftet weniger als 100.000 Euro Gewinn vor Steuern im Jahr, 7 % arbeiteten 2025 sogar mit einem operativen Verlust.
Die Zahlen auf einen Blick
- 16.601 Apotheken Ende 2025 (−440 bzw. −2,6 % gegenüber 2024), 16.541 Ende Q1 2026
- 502 Schließungen vs. 62 Neueröffnungen in 2025
- 19,9 Apotheken je 100.000 Einwohner in Deutschland, EU-Durchschnitt 31
- Umsatzrendite 4,2 % (2025), 4,4 % (2024), rund 6,5 % (2015)
- 33 % der Apotheken mit unter 100.000 € Jahresgewinn vor Steuern, 7 % mit operativem Verlust
- 904.520 abgerechnete pDL in 2025, gegenüber 47.627 im Einführungsjahr 2022
- 57 % Wachstum der pDL-Abrechnungen von 2024 auf 2025
- Rund 9.000 von 16.601 Apotheken (≈54 %) mit mindestens einer pDL im Angebot
Wie sich das pDL-Volumen seit 2022 entwickelt hat
Als die pharmazeutischen Dienstleistungen 2022 eingeführt wurden, wurden bundesweit 47.627 Leistungen abgerechnet. 2024 waren es bereits 577.063. 2025 stieg die Zahl weiter auf 904.520 — fast das 19-Fache des Startjahres, mit einem Wachstum von 57 % allein im Vergleich zum Vorjahr.
Auch die Zahl der Apotheken, die überhaupt pDL anbieten, ist gestiegen: von rund 7.900 im Jahr 2024 auf rund 9.000 im Jahr 2025 — also von etwa 46 % auf rund 54 % aller Apotheken. Anders formuliert: Während die Gesamtzahl der Apotheken schrumpft, wächst der Anteil derer, die pDL abrechnen.
Welche Dienstleistung am häufigsten abgerechnet wird
Von den 904.520 abgerechneten pDL im Jahr 2025 entfallen die meisten auf drei Kategorien:
- Schulung zur richtigen Inhalationstechnik: 439.658 Abrechnungen — die mit Abstand größte Einzelkategorie
- Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation: 298.976 Abrechnungen
- Standardisierte Blutdruck-Risikomessung: 162.343 Abrechnungen
Zusammen machen diese drei Leistungen den überwiegenden Teil des Gesamtvolumens aus. Die Inhalationsschulung liegt dabei so deutlich vorn, dass sie allein fast die Hälfte aller 2025 abgerechneten pDL stellt.
Die eigentliche Erkenntnis: pDL wächst schneller, als der Markt schrumpft
Stellt man beide Entwicklungen nebeneinander, ergibt sich ein auffälliger Kontrast: Die Apothekenzahl fiel von 2024 auf 2025 um 2,6 %, die Umsatzrendite sank weiter. Im selben Zeitraum wuchs das pDL-Volumen um 57 %, und der Anteil der Apotheken mit pDL-Angebot stieg von rund 46 % auf rund 54 %.
Kernaussage
pDL ist damit eine der wenigen Kennzahlen im Apothekenmarkt, die nicht nur wächst, sondern schneller wächst, als die Zahl der Apotheken schrumpft — der Anteil der aktiven Apotheken steigt trotz sinkendem Nenner.
Für einzelne Apotheken heißt das: pDL ist keine Randnotiz neben einem schrumpfenden Kerngeschäft, sondern eine der wenigen Linien im Betrieb, die im aktuellen Marktumfeld tatsächlich wächst — vorausgesetzt, sie wird auch aktiv angeboten und nicht nur theoretisch vorgehalten.
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Auf den Punkt
Was Sie sich merken sollten
- Die Apothekenzahl sank 2025 auf 16.601 (−2,6 %) und weiter auf 16.541 bis Q1 2026 — bei 502 Schließungen gegenüber 62 Neueröffnungen im Jahresverlauf.
- Das bundesweit abgerechnete pDL-Volumen wuchs von 47.627 (2022) auf 904.520 (2025) — fast das 19-Fache, davon 57 % allein im letzten Jahr.
- Der Anteil der Apotheken mit mindestens einer pDL im Angebot stieg im selben Zeitraum von rund 46 % auf rund 54 %.
- pDL wächst damit schneller, als die Apothekenzahl schrumpft — eine der wenigen wachsenden Linien in einem sonst rückläufigen Markt.
Häufig gestellte Fragen
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Dieser Artikel richtet sich an Apotheken und dient der Information über pharmazeutische Dienstleistungen — keine medizinische Beratung für Patienten.